{"id":35107,"date":"2022-03-11T08:31:49","date_gmt":"2022-03-11T08:31:49","guid":{"rendered":"https:\/\/g9hq0oamq8.onrocket.site\/method\/pivoting\/"},"modified":"2023-08-21T10:52:02","modified_gmt":"2023-08-21T10:52:02","slug":"pivoting","status":"publish","type":"methode","link":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/method\/pivoting\/","title":{"rendered":"Pivoting"},"content":{"rendered":"<p>Der Begriff Pivot kommt aus dem Englischen und entstammt dem Lean Startup Modell von Eric Ries. Mit einem Pivot ist die notwendige Anpassung der Strategieausrichtung eines Start-ups gemeint, wobei die Unternehmensvision nicht in Frage gestellt wird.<\/p>\n<p>Pivoting bezeichnet den signifikanten strategischen Kurswechsel eines jungen Unternehmens, damit dieses erfolgreicher wird. Aber auch alteingesessene Unternehmen k\u00f6nnen diese Pivots nutzen, um Innovationen zu generieren. Ausl\u00f6ser f\u00fcr einen Pivot k\u00f6nnen Kundenfeedbacks, Tests, Konkurrenzsituationen oder generell neue Marktumst\u00e4nde sein.<\/p>\n<p>Es gibt unterschiedliche Arten von Pivots.<\/p>\n<p>&#8211; Zoom-in-Pivot<br \/>\nIn diesem Fall wird das, was zuvor als einzelnes Merkmal bei einem Produkt betrachtet wurde, zum Gesamtprodukt.<\/p>\n<p>&#8211; Zoom-out-Pivot<br \/>\nIn der umgekehrten Situation ist manchmal ein einzelnes Merkmal nicht ausreichend, um ein ganzes Produkt zu st\u00fctzen. Bei dieser Art von Pivot wird das, was als Gesamtprodukt galt, zu einem Einzelmerkmal eines gr\u00f6\u00dferen Produkts.<\/p>\n<p>&#8211; Kundensegment-Pivot<br \/>\nBei diesem Pivot wird sich das Unternehmen bewusst, dass das Produkt, welches es herstellt, ein echtes Problem f\u00fcr echte Kunden l\u00f6st, aber dass diese nicht die Art von Kunden darstellen, f\u00fcr die es urspr\u00fcnglich gedacht war. Mit anderen Worten, die Produkt-Hypothese ist nur teilweise best\u00e4tigt, das richtige Problem wird gel\u00f6st, allerdings f\u00fcr andere Kunden als urspr\u00fcnglich erwartet.<\/p>\n<p>&#8211; Kundenbedarfs-Pivot<br \/>\nNachdem man seine Kunden extrem gut kennengelernt hat, wird es manchmal eindeutig, dass das Problem, welches wir zu l\u00f6sen versuchen, f\u00fcr sie keine gro\u00dfe Rolle spielt. Jedoch entdecken wir aufgrund dieser Vertrautheit mit dem Kunden oft  andere, verwandte Probleme, die wichtig sind und von unserem Team gel\u00f6st werden k\u00f6nnen. In vielen F\u00e4llen erfordern diese verwandten Probleme lediglich eine kleine Kurskorrektur beim bestehenden Produkt. In anderen F\u00e4llen wird ein komplett neues Produkt erforderlich. Dies ist wiederum ein Fall, in dem die Produkt-Hypothese nur teilweise best\u00e4tigt ist; der Zielkunde hat ein Problem, das es zu l\u00f6sen gilt, nur nicht das, was urspr\u00fcnglich erwartet wurde.<\/p>\n<p>Ein ber\u00fchmtes Beispiel ist die Kette Potbelly Sandwich Shop, die heute \u00fcber 200 L\u00e4den vorzuweisen hat. Alles begann mit einem Antiquit\u00e4tenladen im Jahr 1977; die Inhaber fingen an, Sandwiches zu verkaufen, um die Kundenfrequenz in ihren L\u00e4den zu st\u00fctzen. Schon bald hatten sie den Pivot in einen komplett anderen Gesch\u00e4ftszweig eingeschlagen.<\/p>\n<p>&#8211; Plattform-Pivot<br \/>\nEin Plattform-Pivot bezieht sich auf eine Ver\u00e4nderung von einer Anwendung hin zu einer Plattform oder umgekehrt. Normalerweise fangen Start-up-Unternehmen, die eine neue Plattform erschaffen m\u00f6chten, an, indem sie einzelne Anwendungen f\u00fcr ihre Plattform verkaufen, die sogenannte Killer App. Erst sp\u00e4ter verhilft die Plattform Dritten zum Durchbruch als ein Weg, ihre eigenen verwandten Produkte zu erschaffen. Diese Reihenfolge ist jedoch nicht immer in Stein gemei\u00dfelt und manche Firmen m\u00fcssen diese Pivots mehrmals vollziehen.<\/p>\n<p>&#8211; Gesch\u00e4ftsmodell-Pivot<br \/>\nDieses Pivot bedient sich eines Konzepts von Geoffrey Moore, der beobachtete, dass Firmen generell einem von zwei Hauptgesch\u00e4ftsmodellen folgen: hohe Margen, geringes Volumen (Modell komplexer Systeme) oder niedrige Margen, hohes Volumen (Durchsatzvolumen-Modell). Ersteres wird h\u00e4ufig assoziiert mit Business to Business (B2B) oder Firmenvertriebszyklen und Letzteres mit Konsumg\u00fctern (es gibt nennenswerte Ausnahmen). Bei einem Gesch\u00e4ftsmodell-Pivot wechselt ein Start-up das Modell. Einige Firmen wechseln von hohen Margen, wenig Volumen hin zum Massenmarkt (zum Beispiel Googles Suchanwendung); bei anderen, die urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Massenmarkt konzipiert waren, stellte sich heraus, dass sie lange und kostenintensive Vertriebszyklen ben\u00f6tigten.<\/p>\n<p>&#8211; Wertsch\u00f6pfungs-Pivot<br \/>\nEs gibt viele Wege, den Wert auszusch\u00f6pfen, den ein Unternehmen erschafft. Diese Methoden werden oft Monetarisierungs- oder Ertragsmodelle genannt. Diese Begriffe sind viel zu einengend. Dem Gedanken der Monetarisierung liegt zugrunde, dass es sich um ein separates Feature eines Produkts handelt, das nach Gutd\u00fcnken hinzugef\u00fcgt oder weggenommen werden kann. Tats\u00e4chlich ist die Wertsch\u00f6pfung ein wesentlicher Bestandteil der Produkthypothese. Oft k\u00f6nnen Ver\u00e4nderungen in der Art, wie eine Firma Wertsch\u00f6pfung betreibt, weitreichende Konsequenzen f\u00fcr das Gesch\u00e4ft, das Produkt und die Marketingstrategien mit sich bringen.<\/p>\n<p>&#8211; Wachstumsapparat-Pivot<br \/>\nBei dieser Art von Pivot ver\u00e4ndert eine Firma ihre Wachstumsstrategie, um ein schnelleres oder profitableres Wachstum anzustreben. Generell, aber nicht immer, erfordert der Wachstumsapparat eine Ver\u00e4nderung in der Art der Wertsch\u00f6pfung.<\/p>\n<p>&#8211; Kanal-Pivot<br \/>\nIn der traditionellen Vertriebsterminologie wird der Mechanismus, durch den eine Firma ihr Produkt den Kunden nahebringt, Vertriebskanal genannt. Beispielsweise werden abgepackte Verbrauchsg\u00fcter in Lebensmittelgesch\u00e4ften, Autos bei Vertragsh\u00e4ndlern und Firmensoftware (mit weitreichenden Anpassungen) durch Beratungs- und spezialisierte Dienstleistungsfirmen verkauft. Oftmals bestimmen die Vorgaben des Kanals den Preis, die Merkmale und die Wettbewerbslandschaft eines Produkts. Ein Kanal-Pivot ist die Erkenntnis, dass ein und dieselbe Basisl\u00f6sung \u00fcber einen anderen Kanal mit gr\u00f6\u00dferer Effektivit\u00e4t vertrieben werden k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Immer wenn eine Firma ein vorheriges, komplexes Vertriebsmodell  verbannt und direkt an seine Endkunden verkauft, ist ein Kanal-Pivot im Gange.<\/p>\n<p>Genau wegen des zerst\u00f6rerischen Effekts auf die Vertriebskan\u00e4le hatte das Internet solch einen sch\u00e4digenden Einfluss auf Branchen, die vormals komplexe Vertriebskan\u00e4le erforderten, wie zum Beispiel Zeitungen, Magazine und B\u00fccher.<\/p>\n<p>&#8211; Technologie-Pivot<br \/>\nManchmal entdeckt eine Firma einen Weg, dieselbe L\u00f6sung durch eine komplett andere Technologie zu erzielen. Technologie-Pivots kommen weitaus h\u00e4ufiger bei etablierten Unternehmen vor. Mit anderen Worten, sie unterst\u00fctzen die Innovation, erreichen eine wachstumssteigernde Verbesserung und bewahren ihre bestehende Kundenbasis. Etablierte Firmen bevorzugen diese Art der Pivots, da sich nicht so viel ver\u00e4ndert. Das Kundensegment bleibt gleich, die Kundenprobleme sind dieselben, das Wertsch\u00f6pfungsmodell ist identisch und die Vertriebspartner sind dieselben. Die einzige Frage ist, ob die neue Technologie zu einem h\u00f6heren Preis und\/oder zu mehr Leistung f\u00fchrt im Vergleich zur bestehenden Technologie.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Strategiemethode f\u00fcr die Entwicklung oder Ver\u00e4nderung des eigenen Gesch\u00e4ftsmodells.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":35192,"template":"","meta":{"_surecart_dashboard_logo_width":"180px","_surecart_dashboard_show_logo":true,"_surecart_dashboard_navigation_orders":true,"_surecart_dashboard_navigation_invoices":true,"_surecart_dashboard_navigation_subscriptions":true,"_surecart_dashboard_navigation_downloads":true,"_surecart_dashboard_navigation_billing":true,"_surecart_dashboard_navigation_account":true,"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":""},"working-guide":[],"transformation-blocks":[64,62,65,66,63],"innovation-stage":[54],"class_list":["post-35107","methode","type-methode","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","transformation-blocks-scaling","transformation-blocks-scanning","transformation-blocks-exploiting","transformation-blocks-exploring","transformation-blocks-earning","innovation-stage-wirksam-in-allen-innovationsphasen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode\/35107","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/methode"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode\/35107\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":45123,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode\/35107\/revisions\/45123"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35192"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=35107"}],"wp:term":[{"taxonomy":"working-guide","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/working-guide?post=35107"},{"taxonomy":"transformation-blocks","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/transformation-blocks?post=35107"},{"taxonomy":"innovation-stage","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/innovation-stage?post=35107"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}