{"id":53920,"date":"2024-10-06T20:58:24","date_gmt":"2024-10-06T20:58:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.innovation.wiki\/?post_type=methode&#038;p=53920"},"modified":"2024-10-18T13:38:16","modified_gmt":"2024-10-18T13:38:16","slug":"st-galler-management-modell","status":"publish","type":"methode","link":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/method\/st-galler-management-modell\/","title":{"rendered":"St. Galler Management Modell"},"content":{"rendered":"\n<p>Organisationen zu gestalten ist eine gro\u00dfe Herausforderung. Es geht dabei nicht prim\u00e4r darum, eine Organisation zu erschaffen, sondern das kontinuierliche Organisieren in nachhaltige Bahnen zu leiten. Viele Unternehmer und Unternehmerinnen rutschen in diese Rolle hinein. Teilweise mit theoretischem Wissen aus dem Studium, manchmal mit einem Rucksack an Erfahrungen durch\u00a0mehrj\u00e4hrige T\u00e4tigkeit und anderweitig einfach aus Notwendigkeit.\u00a0Da Organisationen jeweils in ihre eigenen spezifischen Kontexte eingebettet sind, ist learning-by-doing meist unvermeidlich. Jedoch steht mit dem St. Galler Management Modell (SGMM) ein Reflexionswerkzeug zu Verf\u00fcgung, welches die eigene Auseinandersetzung mit der Organisation leiten und inspirieren kann.\u00a0Dabei schafft das SGMM den ben\u00f6tigten Raum f\u00fcr die gemeinsame Reflexion.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Gestaltung und Weiterentwicklung von organisationaler Wertsch\u00f6pfung ist der zentrale Bezugspunkt des St. Galler Management Modells. In dessen Verst\u00e4ndnis entsteht Wert durch das erfolgreiche Zusammenspiel einer Organisation mit ihrer Umwelt.\u00a0Dabei machen der explizite Fokus auf Wertsch\u00f6pfung und die\u00a0direkte Verkn\u00fcpfung mit der Umwelt das Modell zu einer \u00e4u\u00dferst\u00a0relevanten Perspektive im Umgang mit Nachhaltigkeit. Dies mag \u00fcberraschen, gilt die Universit\u00e4t St. Gallen gemeinhin als Kaderschmiede des klassischen extraktiven Wirtschaftssystems. Doch im Gegensatz zu anderen spezialisierten Managementmodellen zeichnet sich das SGMM schon seit seinen Anf\u00e4ngen durch eine systemische Perspektive aus, welche insbesondere die Umwelt einer Organisation als essenziellen Bestandteil der Managementpraxis beschreibt. Dadurch bietet das Modell einen wertvollenZugang, welcher den komplexen Herausforderungen der Nachhaltigkeitstransformation gerecht wird und diese gleichzeitig mit der unternehmerischen Realit\u00e4t verbindet. Dabei war es den Autoren der neuesten Generation des Modelles, Johannes R\u00fcegg-St\u00fcrm und Simon Grand, besonders wichtig, dass das Modell nicht nur eine Beschreibungsfunktion erf\u00fcllt, sondern auch aktiv die Reflexion und Weiterentwicklung der Managementpraxis eines Unternehmens erm\u00f6glicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Das St. Galler Management Modell kann auf eine lange Tradition zur\u00fcckblicken, deren Ans\u00e4tze auch heute noch innovativ sind oder sogar laufend an Bedeutung gewinnen. Als vor \u00fcber 50 Jahren eine Gruppe von Professoren der Universit\u00e4t St. Gallen unter der Leitung von Hans Ulrich damit begann, die klassische Betriebswirtschaftslehre zu einer integrativen Managementlehre weiterzuentwickeln, war dieser interdisziplin\u00e4re Ansatz nichts weniger als revolution\u00e4r. Organisationen wurden nicht mehr als mechanistische Strukturen, sondern als komplexe Systeme verstanden, welche mit ebenso komplexen Umwelten in kontinuierlichem Austausch stehen. W\u00e4hrend die 2. Generation des SGMMs wieder einen vermehrt betriebswirtschaftlichen Fokus einbrachte\u00a0und das Modell mit den operativen, strategischen und normativen Elementen des Managements erweiterte, f\u00fchrten die letzten beiden Weiterentwicklungen das Modell zur\u00fcck zu seiner holistischen Perspektive in Form einer reflexiven Gestaltungspraxis, welche \u00abdie organisationale Wertsch\u00f6pfung im Zusammenspiel mit einer dynamischen Umwelt durch regelm\u00e4ssige reflexive Distanznahme fortlaufend weiterentwickeln muss\u00bb (R\u00fcegg-St\u00fcrm &amp; Grand, 2017).<\/p>\n\n\n\n<p>Im Kontext der Nachhaltigkeit kommt vor allem der unternehmerische Aspekt des Modells zum Tragen. Wirtschaftlichkeit sollte nicht daran gemessen werden, wie verm\u00f6gend die Investoren oder Gr\u00fcnderinnen werden, sondern ob sich regenerative\u00a0Ideen durchsetzen und nachhaltig etablieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das St. Galler Management Modell bietet hierzu einen pragmatischen Zugang zu den wichtigsten Aspekten einer entsprechenden unternehmerischen Praxis und setzt deren Praktiken in den Kontext der organisationalen Umwelt. Dies ist kein triviales Unterfangen, im Gegenteil; w\u00e4hrend das SGMM durchaus Klarheit schafft\u00a0und Vereinfachungen leistet, l\u00e4sst es bewusst auch die ben\u00f6tigte\u00a0Komplexit\u00e4t zu, um Sachverhalte in ihrer ganzen Tiefe zu ergr\u00fcnden. Damit steht das SGMM im Kontrast zu heutigen Modellen, welche sich gegenseitig in Einfachheit zu \u00fcberbieten versuchen, und erg\u00e4nzt diese sinnvoll, indem es bestehende L\u00fccken f\u00fcllt und blinde Flecken sichtbar macht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das St. Galler Management-Modell beschreibt einen ganzheitlichen Ansatz, welcher Management als die reflexive Gestaltungspraxis eines komplexen Zusammenspiels der Organisation mit ihrer Umwelt versteht.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":53923,"template":"","meta":{"_surecart_dashboard_logo_width":"180px","_surecart_dashboard_show_logo":true,"_surecart_dashboard_navigation_orders":true,"_surecart_dashboard_navigation_invoices":true,"_surecart_dashboard_navigation_subscriptions":true,"_surecart_dashboard_navigation_downloads":true,"_surecart_dashboard_navigation_billing":true,"_surecart_dashboard_navigation_account":true,"_kad_post_transparent":"","_kad_post_title":"","_kad_post_layout":"","_kad_post_sidebar_id":"","_kad_post_content_style":"","_kad_post_vertical_padding":"","_kad_post_feature":"","_kad_post_feature_position":"","_kad_post_header":false,"_kad_post_footer":false,"_kad_post_classname":""},"working-guide":[176,173,175,170,171,174],"transformation-blocks":[],"innovation-stage":[],"class_list":["post-53920","methode","type-methode","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","working-guide-awareness_education-sustainability","working-guide-scaling-sustainability","working-guide-communication-sustainability","working-guide-organization-sustainability","working-guide-leading-sustainability","working-guide-business_model_design-sustainability"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode\/53920","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/methode"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/methode\/53920\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/53923"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=53920"}],"wp:term":[{"taxonomy":"working-guide","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/working-guide?post=53920"},{"taxonomy":"transformation-blocks","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/transformation-blocks?post=53920"},{"taxonomy":"innovation-stage","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/wp-json\/wp\/v2\/innovation-stage?post=53920"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}