{"id":51794,"date":"2024-05-03T15:05:33","date_gmt":"2024-05-03T15:05:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.innovation.wiki\/?post_type=navigator&#038;p=51794"},"modified":"2024-05-10T11:42:09","modified_gmt":"2024-05-10T11:42:09","slug":"design-thinking-hype-oder-revolution","status":"publish","type":"navigator","link":"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/navigator\/design-thinking-hype-oder-revolution\/","title":{"rendered":"Design Thinking \u2013 Hype oder Revolution?"},"content":{"rendered":"\n<p>In unserer t\u00e4glichen Arbeit sehen wir immer wieder, die meisten Unternehmen haben sich Design Thinking als Standardmethode gesetzt. Gerade weil sie so h\u00e4ufig zu sehen ist, fragen sich manche Menschen zurecht &#8211; ist das ein Hype oder eine Revolution?<\/p>\n\n\n\n<p>Mein Vorschlag, lesen Sie die unten aufgef\u00fchrten Wissensh\u00e4ppchen und beantworten Sie sich die Frage selbst.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 1 \u2013 Design Thinking ist keine Methode<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ganz im Gegensatz zu vielen anderen Innovationsmethoden ist Design Thinking keine Methode im klassischen Sinn \u2013 Design Thinking ist ein Ansatz, der zum L\u00f6sen von Problemen und zum Entwickeln von neuen Ideen f\u00fchren soll. Damit ist es also mehr als eine Methode.<br>PS: Probleml\u00f6sung muss in diesem Zusammenhang auch nicht zwangsweise immer einen Innovationskontext haben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissenh\u00e4ppchen 2 \u2013 Design Thinking muss man richtig \u00fcbersetzen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die korrekte \u00dcbersetzung von \u201eDesign Thinking\u201c muss lauten: \u201eDenken wie ein Erfinder\u201c. Man k\u00f6nnte auch sagen, die Entwickler von Design Thinking haben sich genau angesehen, wie erfolgreiche Erfinder und Entwickler vorgegangen sind, um ihre Entdeckungen zutage zu f\u00f6rdern. Eine der wesentlichen Erkenntnisse war, dass kein Erfinder direkt mit der Ideenfindung beginnt \u2013 sie beginnen alle damit, die gegebene Herausforderung genauestens zu verstehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 3 \u2013 Die drei Grundprinzipien<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Design Thinking basiert auf drei wesentlichen, gleich wichtigen Grundprinzipien oder Bestandteilen: Team, Raum und Prozess. Nur wenn alle drei Bestandteile in der Arbeit mit Design Thinking sichtbar werden, ist es auch Design Thinking. Und falls nicht, sollte man das, was man da tut, anders nennen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissenh\u00e4ppchen 4 \u2013 Die Annahme<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Design Thinking basiert auf der Annahme, dass Probleme effizienter gel\u00f6st werden k\u00f6nnen, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen und Teams in einem die Kreativit\u00e4t f\u00f6rdernden Raum zusammenarbeiten, gemeinsam eine Fragestellung entwickeln, die Bed\u00fcrfnisse und Motivationen von Kunden ber\u00fccksichtigen und dann Konzepte entwerfen, die mehrfach gepr\u00fcft und ge\u00e4ndert werden (Pivoting). Das Verfahren orientiert sich an der Arbeit von Erfindern und Entwicklern, die als eine Kombination aus Verstehen, Beobachtung, Ideenfindung, Verfeinerung, Ausf\u00fchrung und Lernen verstanden wird.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 5 \u2013 Team<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der f\u00fchrende Ansatz ist hier die ausschlie\u00dflich multidisziplin\u00e4re Arbeit mit Personen aus mindestens 3 bis 5 Disziplinen, Abteilungen oder Teams. Wenn also nur Menschen aus einem Team Design Thinking nutzen, ist es kein Design Thinking.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 6 \u2013 Raum<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Zum Thema kreative R\u00e4ume im Allgemeinen habe ich Ihnen im Artikel <a href=\"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/navigator\/kreativraeume-sind-keine-nette-option\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.innovation.wiki\/de\/navigator\/kreativraeume-sind-keine-nette-option\/\" data-wpel-link=\"internal\">Kreativr\u00e4ume sind keine nette Option<\/a> einige Informationen \u00fcber kreative R\u00e4ume zusammengestellt. Ein Beispiel eines f\u00fcr speziell Design Thinking ideal zugeschnittenen Raumes finden Sie auf der Website des Hasso Plattner Institutes oder wenn Sie bei Google nach \u201eCreative Workspaces\u201c suchen.  Hier wird sehr fokussiert auf ein flexibles Raumkonzept mit beweglichen M\u00f6beln gesetzt. Eine Buchempfehlung an dieser Stelle ist das Werk \u201eDesign Thinking \u2013 Das Handbuch\u201c, erschienen bei Frankfurter Allgemeine Buch. Hier wird ebenfalls sehr detailliert auf das Thema \u201eKreative R\u00e4ume\u201c eingegangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eigenschaften von kreativen R\u00e4umen sind z. B.:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Ermunterung zur Interaktion,<\/li>\n\n\n\n<li>Stimulation der Kreativit\u00e4t,<\/li>\n\n\n\n<li>freie Wahl des Arbeitsplatzes,<\/li>\n\n\n\n<li>Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr Co-Creation,<\/li>\n\n\n\n<li>gro\u00dfe Tische und Arbeitsfl\u00e4chen,<\/li>\n\n\n\n<li>Inspirationsquellen wie Bibliotheken,<\/li>\n\n\n\n<li>nat\u00fcrliches und direktes Licht.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 7 \u2013 Prozess<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Die dritte S\u00e4ule ist ein iterativer Arbeitsprozess aus den Phasen Verstehen, Beobachten, Synthetisieren, Ideenfindung, Prototyping und Testing. Wichtig zu wissen ist, dass auch dieser Prozess verschiedene Varianten hat. Design Thinking legt nicht grunds\u00e4tzlich fest, mit welchen Mikromethoden man in den einzelnen Phasen arbeitet. Hier kann man aus vielen hundert Methoden w\u00e4hlen und seinen eigenen Prozess modellieren.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 8 \u2013 Skalierung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Design Thinking l\u00e4sst sich flexibel skalieren und auch au\u00dferhalb des Innovationskorridors anwenden. Von zweit\u00e4gigen Kurzworkshops bis hin zu monatelangen intensiven strategischen Projektszenarien ist hier alles denkbar und wird auch in der Praxis gelebt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wissensh\u00e4ppchen 9 \u2013 Design Thinking ist nicht neu<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Diese These erh\u00e4rtet sich sofort, wenn man sich zum Beispiel mit den K\u00fcnstlern der Renaissance wie Leonardo da Vinci besch\u00e4ftigt. Ihre Arbeit folgte bereits denselben Prinzipien. Dabei beginnt alles immer mit einem tiefen Verstehen und intensiven Beobachten. Leonardo hat beispielsweise wochenlang Wasserstrudel gezeichnet, um das Wasser und dessen Bef\u00f6rderung exakt zu verstehen. Danach erst werden daraus Schl\u00fcsse gezogen und die Kreativarbeit beginnt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dem Prototyping und Testing entspricht, dass Kunstwerke immer wieder w\u00e4hrend ihrer Entstehung ver\u00e4ndert und \u00fcbermalt wurden. Ebenfalls damals schon erprobt: inspirierenden R\u00e4ume und multidisziplin\u00e4re Arbeit. Beides findet sich z. B. in der Kunstschule unseres Namensgebers Andrea del Verrocchio. K\u00fcnstler unterschiedlichster Disziplinen haben damals in gro\u00dfen inspirierenden R\u00e4umen gemeinsam interaktiv gearbeitet.<\/p>\n\n\n\n<p>PS: Meine Antwort auf die Frage vom Anfang lautet: Es ist definitiv kein Hype, wenn schon in der Renaissance damit gearbeitet wurde. Aber eine Revolution f\u00fcr Ihr Unternehmen kann Design Thinking nur sein, wenn Sie es ganzheitlich sehen und nutzen \u2013 und zwar nicht nur als Methode.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In unserer t\u00e4glichen Arbeit sehen wir immer wieder, die meisten Unternehmen haben sich Design Thinking als Standardmethode gesetzt. Gerade weil sie so h\u00e4ufig zu sehen ist, fragen sich manche Menschen zurecht &#8211; ist das ein Hype oder eine Revolution? Mein Vorschlag, lesen Sie die unten aufgef\u00fchrten Wissensh\u00e4ppchen und beantworten Sie sich die Frage selbst. 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